W3C-Webstandard zu ARIA

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Für die Zugänglichkeit eines Webangebots ist es wichtig, dass die Rolle (Funktion) und der Zustand von Seitenelementen vermittelt wird. Bei vielen HTML-Elementen ist diese Zuordnung klar, z.B. vermittelt <button> automatisch die Rolle „Schaltfläche“. Anders ist das bei sogenannten unsemantischen Elementen, die die Bedeutung nicht vermitteln (z.B. <span>). Diese Elemente werden insbesondere in Kombination mit Skripten eingesetzt, um dynamische Funktionalitäten zu realisieren (z.B. Akkordeon-Elemente, Slider usw.). Um Rolle und Zustand zu vermitteln, sollten unsemantische HTML-Elemente mit ARIA-Attributen ergänzt werden (z.B. <span role=“button“>).

Das W3C hat nun für ARIA einen Webstandard veröffentlicht, der die korrekte Verwendung spezifiziert. In einer Tabelle werden den HTML-Elementen mögliche ARIA-Rollen und Zustände zugeordnet, die Programmierer verwenden können. Außerdem gibt es Beispiele für die inkorrekte Nutzung.

TPGi zu den neuen WCAG-Entwürfen

Die Ende Mai öffentlich zur Diskussion gestellten Entwürfe für 9 zusätzliche WCAG-Erfolgskriterien werden in Expertenkreisen heiß diskutiert und sind nicht ganz unumstritten. Die neuen Kriterien sollen mit WCAG Version 2.2 veröffentlicht werden. Zahlreiche Kommentare und Verbesserungsvorschläge erreichten die Github-Themenseiten des W3C. TPGi, ein renommierter Partner für Barrierefreiheits-Lösungen aus den USA, stellt sein Feedback auf der firmeneigenen Internet-Präsenz gesammelt zur Verfügung.

ARIA-Live-Regionen

Die WCAG-Richtlinie 4.1.3 verlangt, dass Statusmeldungen programmatisch verfügbar sein sollen. Dynamisch erzeugte Meldungen wie „Das Produkt XY wurde in den Warenkorb gelegt“, sollten im Idealfall selbsttätig über den Screenreader ausgegeben werden. Das Problem kann mit Hilfe so genannter ARIA-Live-Regionen gelöst werden. Ein Artikel auf tollwerk.de klärt auf, was ARIA-Live-Regionen sind und wie sie umgesetzt werden können.

WebAIM Checkliste für Barrierefreiheit

Häufig wird die Frage nach einer einfachen Checkliste für die Umsetzung barrierefreier Angebote gestellt. Leider ist es gar nicht so einfach, diesem Wunsch zu entsprechen. Die geltenden Empfehlungen zur Barrierefreiheit (WCAG) sind sehr umfangreich und nach den gesetzlichen Vorgaben müssen alle Anforderungen auf einer bestimmten Konformitätsstufe vollständig erfüllt sein.

Die US-amerikanische Initiative WebAIM hat sich an einer in der Sprache und Komplexität vereinfachten Fassung versucht, betont aber auch, dass diese Interpretation der WCAG-Empfehlungen nicht für die Erstellung von politischen Vorgaben geeignet ist. Die Checkliste, die sich an der aktuellen WCAG-Version 2.1 orientiert, kann aber sehr hilfreich bei der Umsetzung und Beurteilung barrierefreier Angebote sein.