Barrierefreies Webdesign im Studium

MOOCAP Logo, designed by Eleni Katsou, dpsd10028@syros.aegean.gr

Das europäische Projekt „MOOC s for Accessibility Partnership“ (MOOCAP) beschäftigte sich damit, wie Themen aus dem Bereich Barrierefreiheit besser im IKT-Studium verankert werden können. Im Rahmen des Projekts wurden 11 kostenlose Online-Kurse erstellt. IKT-Studierende konnten dabei lernen, wie sie barrierefreie Medien und Inhalte wie Websites, mobile Apps und Office-Dokumente erstellen. Darüber hinaus wurde vermittelt, wie Produkte und Systeme des täglichen Lebens so gestaltet werden können, dass sie einem breiten Personenkreis zugänglich gemacht werden können. MOOCAP war Teil des strategischen Partnerschaftsprogramms ERASMUS+ der Europäischen Union. Beteiligt waren acht Partneruniversitäten aus ganz Europa, darunter die Hochschule der Medien aus Stuttgart.

Die erarbeiteten Bildungsmaterialien stehen Interessierten unter der Creative-Commons-Lizenz CC-BY 4.0 zur Verfügung.

W3C-Webstandard zu ARIA

Logo: W3C

Für die Zugänglichkeit eines Webangebots ist es wichtig, dass die Rolle (Funktion) und der Zustand von Seitenelementen vermittelt wird. Bei vielen HTML-Elementen ist diese Zuordnung klar, z.B. vermittelt <button> automatisch die Rolle „Schaltfläche“. Anders ist das bei sogenannten unsemantischen Elementen, die die Bedeutung nicht vermitteln (z.B. <span>). Diese Elemente werden insbesondere in Kombination mit Skripten eingesetzt, um dynamische Funktionalitäten zu realisieren (z.B. Akkordeon-Elemente, Slider usw.). Um Rolle und Zustand zu vermitteln, sollten unsemantische HTML-Elemente mit ARIA-Attributen ergänzt werden (z.B. <span role=“button“>).

Das W3C hat nun für ARIA einen Webstandard veröffentlicht, der die korrekte Verwendung spezifiziert. In einer Tabelle werden den HTML-Elementen mögliche ARIA-Rollen und Zustände zugeordnet, die Programmierer verwenden können. Außerdem gibt es Beispiele für die inkorrekte Nutzung.

Barrierefreie Tooltips

Unter dem Gesichtspunkt der Barrierefreiheit haben es Tooltips in sich. Native Tooltips, die über das title-Attribut bereitgestellt werden, sind für Tastaturnutzer nicht zugänglich. Mit Skripten nachgebaute Tooltips sind per se noch unzugänglicher, bieten aber zumindest das Potenzial mit Hilfe von ARIA-Semantik barrierefrei aufgebohrt werden zu können. Tollwerk liefert nun zum Thema ein Workaround.

Studie zu gendergerechter, digital barrierefreier Sprache

Über die gendergerechte Verwendung von Sprache wird viel gestritten, insbesondere auch vor dem Hintergrund einer barrierefreien Darstellung. Nun hat die Überwachungsstelle des Bundes für Barrierefreiheit von Informationstechnik (BFIT-Bund) eine Empfehlung herausgegeben. Demnach sollte das Gendersternchen (*Asterisk) verwendet werden, um die Geschlechterformen abzubilden. Dieser Empfehlung liegt eine repräsentative, überregionale Studie zugrunde, bei der Menschen mit Beeinträchtigungen einbezogen wurden. Außerdem wurde eine Befragung der Selbstvertretung lesbischer, schwuler sowie trans- und intersexueller Menschen (LGBTI*Q) durchgeführt.

Wie zugänglich sind Videokonferenz-Programme?

Vergleich Barrierefreiheit von Videokonferenz-Programmen

Die Bundesfachstelle Barrierefreiheit hat eine Liste zur Barrierefreiheit von Videokonferenz-Programmen veröffentlicht. Die Tabelle gibt einen Überblick, wie die Programme in Bezug auf verschiedene Features abschneiden und erlaubt einen direkten Vergleich. Die Bewertungskategorien orientieren sich dabei an den Anforderungen, die für die barrierefreie Nutzung elementar sind.