Barrierefreies Webdesign im Studium

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Das europäische Projekt „MOOC s for Accessibility Partnership“ (MOOCAP) beschäftigte sich damit, wie Themen aus dem Bereich Barrierefreiheit besser im IKT-Studium verankert werden können. Im Rahmen des Projekts wurden 11 kostenlose Online-Kurse erstellt. IKT-Studierende konnten dabei lernen, wie sie barrierefreie Medien und Inhalte wie Websites, mobile Apps und Office-Dokumente erstellen. Darüber hinaus wurde vermittelt, wie Produkte und Systeme des täglichen Lebens so gestaltet werden können, dass sie einem breiten Personenkreis zugänglich gemacht werden können. MOOCAP war Teil des strategischen Partnerschaftsprogramms ERASMUS+ der Europäischen Union. Beteiligt waren acht Partneruniversitäten aus ganz Europa, darunter die Hochschule der Medien aus Stuttgart.

Die erarbeiteten Bildungsmaterialien stehen Interessierten unter der Creative-Commons-Lizenz CC-BY 4.0 zur Verfügung.

BIK-Prüfverfahren überarbeitet

Das BIK-Prüfverfahren zum Test von Internet-Angeboten nach BITV und WCAG wurde überarbeitet. Die Anpassung erfolgte im Hinblick auf die zu erwartenden Änderungen, die sich durch die Umsetzung der EU-Richlinie 2016/2102 ergeben. Danach ist zu erwarten, dass die BITV zukünftig direkt auf die Anforderungen der DIN EN 301 549 verweist, welche den aktuellen Stand der WCAG 2.1 widerspiegelt. In den Empfehlungen sind nun auch Anforderungen enthalten, die sich explizit auf mobile Ausgabegeräte beziehen. Das BIK-Prüfverfahren wurde diesbezüglich um 12 Prüfschritte erweitert. Ein Prüfschritt entfällt, so dass das neue Testverfahren jetzt insgesamt 60 Prüfschritte umfasst.

Neben den Änderungen bei den Anforderungen wurde auch das Bewertungsschema angepasst. Das ursprüngliche Punktesystem mit den Prüfzeichen 90plus und 95plus entfällt. Zukünftig werden die Angebote analog zum WCAG-Verfahren nur noch als konform oder nicht konform bewertet. Für eine Konformität müssen alle Prüfschritte mit „erfüllt“ oder „eher erfüllt“ bewertet worden sein.

Rückblick auf Informationsveranstaltung zur EU-Richtlinie 2102

Am 17. Oktober 2018 hat das Projekt BIK für Alle gemeinsam mit dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) eine Informationsveranstaltung zur EU-Richtlinie 2102 durchgeführt. Die Teilnehmer*innen erfuhren Näheres über den aktuellen Umsetzungsstand der Richtlinie in Deutschland. Experten berichteten in einem zweiten Teil von erfolgreichen Umsetzungsstrategien und Instrumenten für die Qualitätssicherung. Veranstaltungsort war der Amtssitz des Beauftragten der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen in Berlin. Zu den Teilnehmer*innen zählten Web-Verantwortliche von Bund, Ländern und Kommunen sowie Mitarbeiter*innen kommunaler Rechenzentren.

Entwicklerplattform zur barrierefreien Computernutzung

Die Partner im EU-Projekt „Prosperity4All“ haben die Online-Plattform „DeveloperSpace“ gestartet. „Developer Space“ dient als Community und Austauschplattform und liefert Ideen für Entwickler und Unternehmen rund um das Thema digitale Barrierefreiheit.

Kleine Anfrage der Grünen zur EU-Barrierefreiheits-Richtlinie

In einer kleinen Anfrage wollten Bündnis 90/Die Grünen-Abgeordnete wissen, welche Strategie die Bundesregierung in den Verhandlungen über die geplante EU-Barrierefreiheits-Richtlinie (European Accessibility Act) verfolgt. Die Richtlinie soll europaweit einheitliche Vorgaben zur Barrierefreiheit von Waren und Dienstleistungen machen. In einer Stellungnahme auf der Homepage äußert sich die Partei enttäuscht über die Antwort der Bundesregierung. Die Bundesregierung sehe Barrierefreiheit als wirtschaftliche Zumutung. Statt eine einheitliche Verpflichtung für die Privatwirtschaft in den Verhandlungen zu favorisieren, sollten für jeden Wirtschaftszweig eigene Regeln verankert und die Richtlinie von Ausnahmen durchlöchert werden.