Tag der Sehbehinderten: Apps sollten zugänglicher gestaltet werden

Anlässlich des Tags der Sehbehinderten fordern Verbände die Verbesserung der Zugänglichkeit von Apps. Smartphones erleichtern blinden Menschen das tägliche Leben. Sie lesen die neuesten Nachrichten vor oder nennen die Farbe von Kleidungsstücken. Durch Scannen von Barcodes ist es ein Leichtes, den Inhalt von Verpackungen herauszufinden. Navigationsfunktionen unterstützen bei der Orientierung. Schade, wenn die neuen Möglichkeiten durch Barrieren eingeschränkt werden. So sind häufig Schaltflächen nicht ausreichend beschriftet oder funktionale Teile einer App gar nicht zugänglich. Experten fordern deshalb die Einhaltung von Gestaltungsrichtlinien.

Orientierung für blinde Menschen in geschlossenen Räumen

Wie das Informationszentrum Mobilfunk e.V. (IZMF) berichtet, haben Forscher der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen ein Navi entwickelt, dass auch in Innenräumen funktioniert. Das Gerät zählt Schritte und sagt den jeweiligen Standort an. Dafür muss die Örtlichkeit zuvor kartiert worden sein. Für sehbehinderte Menschen können Smartphones eine wichtige Hilfe sein, um sich außerhalb der gewohnten Umgebung zu orientieren. Auch andere Einschränkungen können mit Hilfe der Mobiltechnik ausgeglichen werden.
Die Global Accessibility Reporting Initiative (GARI) bietet unter www.mobileaccessibility.info einen Überblick über verfügbare Handymodelle und Hilfsmittelzubehör für verschiedene Behinderungsarten.
Informationszentrum Mobilfunk e.V. (IZMF)

„Das ist doch eher etwas für Bastler“

Accessibility Update 2012Zürich, 14. Juni 2012. Auch in diesem Jahr richtete die Fachgruppe ICT-Accessibility der ETH Zürich wieder ein Accessibility Update aus. Im Mittelpunkt stand die Zugänglichkeit im Bereich Mobilität. Daniele Corciulo, selbst Betroffener, führte vor, wie er mit einem iPhone® Fahrpläne abrufen, ein Taxi bestellen oder erfahren kann, welche Freunde und Bekannten sich in der Nähe befinden. Auch unterstütze ihn das Navigationssystem seines Smartphones bei der Orientierung in der Stadt. Durch Wischen und Tippen auf dem Touchscreen können blinde Nutzer alle Funktionen ausführen, vorausgesetzt die App unterstützt die Sprachausgabe. Während Corciulo iOS® auf seinem iPhone recht gut bedienen könne, gebe es bei Android® noch Verbesserungspotenzial. Das sei zum derzeitigen Stand noch eher etwas für Bastler, die bereit seien, sich umfänglicher einzuarbeiten. Die Sprachsteuerung funktioniere in der Praxis auf allen Plattformen noch nicht zufriedenstellend. Defizite gebe es vor allem auch bei den Kenntnissen der Betroffenen. Viele wüssten gar nicht, dass ein Smartphone ihren Alltag vereinfachen könnte oder welche Apps gut nutzbar sind. Hier seien die Blindenverbände gefragt für die notwendige Aufklärung zu sorgen.
Die Schweizerische Fachstelle Barrierefreier Öffentlicher Verkehr (BöV) berichtete vom Umsetzungsstand ihrer Aktivitäten. Desweiteren stellte Daniel Ziegler von der Interessengemeinschaft Gehörlose, Hör- und Sprachbehinderte der Kantone Bern und Freiburg Belange für betroffene Fahrgäste in Notsituationen vor. Als schweizerisches Pionierprojekt mit vielen Herausforderungen wurde Rollstuhlparkplatz.ch präsentiert. das Ziel ist es, ein Verzeichnis mit sämtlichen Behindertenparkplätze in der Schweiz zu erstellen und über amtliche und OpenStreetMap-Karten im Internet zugänglich zu machen. Mittlerweile habe man mehr als die Hälfte der Objekte mit Daten und Bildern erfasst. Die Präsentation eines Projekts zur Erstellung interaktiver Stadtpläne für blinde und sehbhinderte Menschen durch Cathérine Bullat-Koelliker von ABAplans rundete die gelungene Veranstaltung ab. Auch im nächsten Jahr soll es wieder ein Treffen geben. Ankündigungen von ICT-Veranstaltungen