Barrierefreies Webdesign im Studium

MOOCAP Logo, designed by Eleni Katsou, dpsd10028@syros.aegean.gr

Das europäische Projekt „MOOC s for Accessibility Partnership“ (MOOCAP) beschäftigte sich damit, wie Themen aus dem Bereich Barrierefreiheit besser im IKT-Studium verankert werden können. Im Rahmen des Projekts wurden 11 kostenlose Online-Kurse erstellt. IKT-Studierende konnten dabei lernen, wie sie barrierefreie Medien und Inhalte wie Websites, mobile Apps und Office-Dokumente erstellen. Darüber hinaus wurde vermittelt, wie Produkte und Systeme des täglichen Lebens so gestaltet werden können, dass sie einem breiten Personenkreis zugänglich gemacht werden können. MOOCAP war Teil des strategischen Partnerschaftsprogramms ERASMUS+ der Europäischen Union. Beteiligt waren acht Partneruniversitäten aus ganz Europa, darunter die Hochschule der Medien aus Stuttgart.

Die erarbeiteten Bildungsmaterialien stehen Interessierten unter der Creative-Commons-Lizenz CC-BY 4.0 zur Verfügung.

„Was wollen Sie denn mit einer Diskette?“

Darmstadt, 22. September 2010. Rose Jokic, freie Mitarbeiterin bei WEB for ALL, referierte im Rahmen der Tagung Barrierefreiheit 2.0 über die Bedeutung der Informationstechnologie in Aus- und Weiterbildung für blinde Menschen. Sie berichtete, wie es vor wenigen Jahren noch viel schwieriger für Schüler und Studenten war, an Bücher und Lehrmaterialien heranzukommen. Texte mussten mühsam in Punktschrift umgesetzt oder auf Tonträger aufgesprochen werden. Erst nach und nach brachten die elektronischen Medien eine Erleichterung. Texte können von einer speziellen Software vorgelesen oder auf eine Braille-Zeile abgetastet werden. Die Erkenntnis, dass Computer und neue Medien eine enorme Unterstützung für blinde Menschen darstellen, setzte sich erst allmählich durch. Das musste auch Frau Jokic, selbst Betroffene, erfahren, als sie bei ihrem Professor um ein Vorlesungsskript auf Diskette bat. „Was wollen Sie denn mit einer Diskette?“, war die vorschnelle Antwort.
Heute unterstützen moderne Medien blinde Menschen in allen erdenklichen Lebensbereichen, nicht nur bei der Aus- und Fortbildung. Frau Jokic berichtete, dass sie auch Kleidung und Lebensmittel im Internet bestellt. Dabei stellen viele Web2.0-Funktionen einen Komfort-Gewinn dar. Voraussetzung für die Nutzbarkeit ist allerdings die Barrierefreiheit. Neue Technologien bringen auch Einschränkungen mit sich. So sind zum Beispiel viele Formulare nicht zugänglich.
Die Tagung Barrierefreiheit 2.0 wurde von der eXousia-Management GmbH in Kooperation mit WEB for ALL veranstaltet.