„Das ist doch eher etwas für Bastler“

Zürich, 14. Juni 2012. Auch in diesem Jahr richtete die Fachgruppe ICT-Accessibility der ETH Zürich wieder ein Accessibility Update aus. Im Mittelpunkt stand die Zugänglichkeit im Bereich Mobilität. Daniele Corciulo, selbst Betroffener, führte vor, wie er mit einem iPhone® Fahrpläne abrufen, ein Taxi bestellen oder erfahren kann, welche Freunde und Bekannten sich in der Nähe befinden. Auch unterstütze ihn das Navigationssystem seines Smartphones bei der Orientierung in der Stadt. Durch Wischen und Tippen auf dem Touchscreen können blinde Nutzer alle Funktionen ausführen, vorausgesetzt die App unterstützt die Sprachausgabe. Während Corciulo iOS® auf seinem iPhone recht gut bedienen könne, gebe es bei Android® noch Verbesserungspotenzial. Das sei zum derzeitigen Stand noch eher etwas für Bastler, die bereit seien, sich umfänglicher einzuarbeiten. Die Sprachsteuerung funktioniere in der Praxis auf allen Plattformen noch nicht zufriedenstellend. Defizite gebe es vor allem auch bei den Kenntnissen der Betroffenen. Viele wüssten gar nicht, dass ein Smartphone ihren Alltag vereinfachen könnte oder welche Apps gut nutzbar sind. Hier seien die Blindenverbände gefragt für die notwendige Aufklärung zu sorgen.
Die Schweizerische Fachstelle Barrierefreier Öffentlicher Verkehr (BöV) berichtete vom Umsetzungsstand ihrer Aktivitäten. Desweiteren stellte Daniel Ziegler von der Interessengemeinschaft Gehörlose, Hör- und Sprachbehinderte der Kantone Bern und Freiburg Belange für betroffene Fahrgäste in Notsituationen vor. Als schweizerisches Pionierprojekt mit vielen Herausforderungen wurde Rollstuhlparkplatz.ch präsentiert. das Ziel ist es, ein Verzeichnis mit sämtlichen Behindertenparkplätze in der Schweiz zu erstellen und über amtliche und OpenStreetMap-Karten im Internet zugänglich zu machen. Mittlerweile habe man mehr als die Hälfte der Objekte mit Daten und Bildern erfasst. Die Präsentation eines Projekts zur Erstellung interaktiver Stadtpläne für blinde und sehbhinderte Menschen durch Cathérine Bullat-Koelliker von ABAplans rundete die gelungene Veranstaltung ab. Auch im nächsten Jahr soll es wieder ein Treffen geben.

Sorgloser Umgang mit Passwörtern

Mai 2012. Die Deutschen gehen zu sorglos mit Passwörtern um. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Convios Consulting GmbH, die WEB.DE in Auftrag gegeben hatte. Danach verzichten 85 Prozent der Nutzer in ihren Passwörtern auf Sonderzeichen. Nicht einmal die Hälfte der Nutzer verwendet Ziffern. Noch viel gravierender ist die Verwendung von Geburtstagen, Namen von Familienmitgliedern oder einfachen Zahlenfolgen. Immerhin rund ein Drittel der Befragten gibt an, diese einfach zu merkenden, aber sehr unsicheren Passwortvarianten verwendet zu haben. Zudem werden Passwörter an Freunde und Verwandte weitergegeben.

Hoffnung auf PDF/UA-Standard

Ehningen, 24.10.2011. Die Agentur Wertewerk und und das Gutachterbüro WEB for ALL berichteten auf einem Netzwerktreffen des Aktionsbündnisses für barrierefreie Informationstechnik (AbI) über Neuigkeiten zum PDF/UA-Standard (ISO/DIS 14289-1). Mit der Einführung des internationalen Standards sind Hoffnungen verbunden, die Zugänglichkeit von PDF-Dateien entscheidend zu verbessern. Derzeit befindet sich PDF/UA im Entwurfsstadium (Draft International Standard – DIS) und wird auf Gremienebene abgestimmt. Benjamin Grießmann von WEB for ALL zeigte sich zuversichtlich, dass eine Veröffentlichung im Frühjahr 2012 erfolgen könnte. Markus Erle von Wertewerk beschrieb Beziehungen von PDF/UA zu bereits bestehenden Richtlinien und Verordnungen wie WCAG oder BITV. Er unterstrich, dass sich die vorhandenen Richtlinien und Verordnungen durch ihren Bezug auf die jeweiligen Spezifikationen auch auf PDF/UA beziehen und dass es zukünftig nicht mehr möglich sein wird, PDF-Dokumente als barrierefrei zu bezeichnen, die den ISO-Standard nicht erfüllen.
AIIM – Informationen zu PDF/UA (englisch)

BITV 2.0 in Kraft

Rund 3 Jahre nach Erscheinen der Web Accessibility Guidelines 2.0 (WCAG 2.0) ist nun die neue Fassung der deutschen Barrierefreien Informationstechnikverordnung (BITV 2.0) in Kraft getreten. Im Wesentlichen orientiert sich die Verordnung an den internationalen Richtlinien, in den Bereichen Gebärdensprache und Leichte Sprache geht die BITV 2.0 darüber hinaus.

Download der Verordnung BITV 2.0 (PDF-Datei)
BITV 2.0 – Was sich ändert (PDF-Datei)
Kommentar von Kerstin Probiesch
BITV 2.0 in Kraft bei den Webkrauts

Barrierefrei trotz AJAX und RIA

Zürich, 11. Mai 2011. Im Rahmen des eBusiness-Kongress 2011, der vom 10. bis 12. Mai 2011 in Zürich stattfindet, beschäftigen sich die Web- und Accessibiity-Spezialisten Markus Riesch, Christian Moser und René Jaun mit der Frage, inwieweit moderne Web-Applikationen barrierefrei gestaltet werden können. Im Seminar werden die gesetzlichen Grundlagen und internationalen Richtlinien vorgestellt sowie Lösungsansätze präsentiert. Der blinde Accessibility-Spezialist René Jaun führt vor, wie AJAX- und RIA von Screenreader-Programmen ausgegeben werden.
Veranstaltungsprogramm eBusiness-Kongress 2011 und Anmeldung