W3C – WCAG

TastenmausInternationale Richtlinien maßgeblich

Von zentraler Bedeutung für die zugängliche Gestaltung von Websites sind die „Web Content Accessibility Guidelines (WCAG)“. In erster Fassung wurden die Richtlinien am 5. Mai 1999 veröffentlicht (WCAG 1.0). Zwischenzeitlich hat das World Wide Web Consortium (W3C) die WCAG grundlegend überarbeitet. Am 11. Dezember 2008 erschien Version 2 der Richtlinien (WCAG 2.0). Darin werden sowohl Anforderungen an die Programmierung als auch an die inhaltliche Strukturierung, das Layout und die Verwendung bestimmter Technologien gestellt. Die WCAG haben weltweite Bedeutung und gelten als grundlegende Empfehlungen, auf denen andere Richtlinien aufbauen. So orientieren sich die Bestimmungen und Verordnungen vieler Länder an den WCAG. Die aktuelle Fassung der deutschen Barrierefreien Informationstechnik Verordnung (BITV) ist in Anlehnung an die WCAG 1.0-Richtlinien entstanden.

Exkurs: World Wide Web Consortium (W3C)

Im Jahr 1994 gründete sich eine Kommission mit dem Ziel, Internet-Techniken zu vereinheitlichen (World Wide Web Consortium – W3C). Das W3C ist zwar keine zwischenstaatlich anerkannte Organisation und deshalb nicht berechtigt, verbindliche Standards festzulegen. Trotzdem sind seine Empfehlungen weltweit von großer Bedeutung, da sie allgemein anerkannt sind.
Eines der wichtigsten Anliegen des W3C ist es, das Internet möglichst vielen Menschen zugänglich zu machen. Dafür wurde ein eigener Aufgabenbereich, die Web Accessibility Initiative (WAI), eingerichtet. Die WAI fördert die Barrierefreiheit im Internet.

Aufbau der WCAG 2.0

Die WCAG werden ständig weiterentwickelt. Die Version 2.0 wurde am 11. Dezember 2008 veröffentlicht. Während sich die grundsätzlichen Zielsetzungen nicht von der ersten Version unterscheiden, ist der Aufbau komplett überarbeitet worden. Die WCAG 2.0 umfassen 13 Richtlinien, die in 4 Prinzipien unterteilt sind, mit insgesamt 70 Erfolgskriterien.

Die 4 Prinzipien sind:

  • Wahrnehmbarkeit: Der Inhalt muss wahrnehmbar sein. So müssen zum Beispiel die Kontraste zwischen Text und Hintergrund ausreichend sein.
  • Bedienbarkeit: Alle Funktionen müssen bedienbar sein. Die Navigation muss zum Beispiel auch ohne Maus funktionieren.
  • Verständlichkeit: Der Inhalt und die Bedienelemente müssen verständlich sein. Auf eine einfache Sprache muss geachtet werden.
  • Robustheit der Technik: Die Inhalte müssen so gestaltet sein, dass sie sowohl mit heutigen als auch mit zukünftigen Techniken funktionieren. Websites müssen zum Beispiel auch auf neueren Browser angezeigt werden können.

Die Richtlinien, Prinzipien und Erfolgskriterien geben an, was unbedingt erforderlich ist, um eine bestimmte Konformitätsstufe zu erreichen. Zusätzlich sind in den WCAG 2.0 auch Informationen enthalten, die für das Verständnis und die Umsetzung der Erfolgskriterien hilfreich sind. Die WCAG 2.0 sind frei von technischen Bezügen und beschränken sich nicht mehr ausschließlich auf HTML und CSS. Sie können deshalb leichter auch auf andere Web-Techniken angewendet werden.

Die Informationen sollen einem breiteren Publikum zugänglich gemacht werden. Deshalb wurde bei der Entwicklung darauf geachtet, dass die Richtlinien leicht verständlich und einfach in andere Sprachen zu übersetzen sind. Damit können sie problemlos in nationale Gesetzgebungen übertragen werden.

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