BIK-Prüfverfahren überarbeitet

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Das BIK-Prüfverfahren zum Test von Internet-Angeboten nach BITV und WCAG wurde überarbeitet. Die Anpassung erfolgte im Hinblick auf die zu erwartenden Änderungen, die sich durch die Umsetzung der EU-Richlinie 2016/2102 ergeben. Danach ist zu erwarten, dass die BITV zukünftig direkt auf die Anforderungen der DIN EN 301 549 verweist, welche den aktuellen Stand der WCAG 2.1 widerspiegelt. In den Empfehlungen sind nun auch Anforderungen enthalten, die sich explizit auf mobile Ausgabegeräte beziehen. Das BIK-Prüfverfahren wurde diesbezüglich um 12 Prüfschritte erweitert. Ein Prüfschritt entfällt, so dass das neue Testverfahren jetzt insgesamt 60 Prüfschritte umfasst.

Neben den Änderungen bei den Anforderungen wurde auch das Bewertungsschema angepasst. Das ursprüngliche Punktesystem mit den Prüfzeichen 90plus und 95plus entfällt. Zukünftig werden die Angebote analog zum WCAG-Verfahren nur noch als konform oder nicht konform bewertet. Für eine Konformität müssen alle Prüfschritte mit „erfüllt“ oder „eher erfüllt“ bewertet worden sein.

Rückblick auf Informationsveranstaltung zur EU-Richtlinie 2102

Am 17. Oktober 2018 hat das Projekt BIK für Alle gemeinsam mit dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) eine Informationsveranstaltung zur EU-Richtlinie 2102 durchgeführt. Die Teilnehmer*innen erfuhren Näheres über den aktuellen Umsetzungsstand der Richtlinie in Deutschland. Experten berichteten in einem zweiten Teil von erfolgreichen Umsetzungsstrategien und Instrumenten für die Qualitätssicherung. Veranstaltungsort war der Amtssitz des Beauftragten der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen in Berlin. Zu den Teilnehmer*innen zählten Web-Verantwortliche von Bund, Ländern und Kommunen sowie Mitarbeiter*innen kommunaler Rechenzentren.

BIK für Alle – Informationsveranstaltung „Webangebote gemäß EU-Richtlinie 2102 umsetzen“

Am 17. Oktober 2018 veranstaltet BIK für Alle gemeinsam mit dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) eine Informationsveranstaltung zur EU-Richtlinie 2102 „über den barrierefreien Zugang zu den Websites und mobilen Anwendungen öffentlicher Stellen“ speziell für Web-Verantwortliche der Bundesländer und Kommunen.

Kleine Anfrage der Grünen zur EU-Barrierefreiheits-Richtlinie

In einer kleinen Anfrage wollten Bündnis 90/Die Grünen-Abgeordnete wissen, welche Strategie die Bundesregierung in den Verhandlungen über die geplante EU-Barrierefreiheits-Richtlinie (European Accessibility Act) verfolgt. Die Richtlinie soll europaweit einheitliche Vorgaben zur Barrierefreiheit von Waren und Dienstleistungen machen. In einer Stellungnahme auf der Homepage äußert sich die Partei enttäuscht über die Antwort der Bundesregierung. Die Bundesregierung sehe Barrierefreiheit als wirtschaftliche Zumutung. Statt eine einheitliche Verpflichtung für die Privatwirtschaft in den Verhandlungen zu favorisieren, sollten für jeden Wirtschaftszweig eigene Regeln verankert und die Richtlinie von Ausnahmen durchlöchert werden.

BGG: Bundestag stimmt über Novellierung ab

Am Donnerstag stimmt der Bundestag über die Novellierung des Behindertengleichstellungsgesetzes (BGG) ab. Im Vorfeld wurden die Änderungspläne kontrovers diskutiert. Einige Eckpunkte: Bundesbehörden sollen ihre Informationen künftig in „Leichter Sprache“ bereitstellen. Barrieren sollen dokumentiert werden. Für Konflikte im öffentlich-rechtlichen Bereich sieht der Gesetzentwurf eine Schlichtungsstelle vor, die bei der Behindertenbeauftragten der Bundesregierung eingerichtet werden soll. Die Fachverbände für Menschen mit Behinderung begrüßen ausdrücklich die Neuauflage der bestehenden Vorschriften, bemängeln aber, dass die Privatwirtschaft nach wie vor nicht ausreichend zur Barrierefreiheit verpflichtet werden solle. Der Entwurf enthalte zudem zahlreiche Finanzierungsvorbehalte und klammere bestimmte Zielgruppen wie psychisch und seelisch beeinträchtigte Menschen aus. Auch die Belange von Kindern und Jugendlichen würden nicht ausreichend berücksichtigt.
Kabinett beschließt Gesetzentwurf zur Weiterentwicklung des Behindertengleichstellungsgesetzes (BMAS-Pressemitteilung vom 16.1.2016)
Stellungnahme der Fachverbände für Menschen mit Behinderung (PDF-Datei)