European Accessibility Act bringt Verpflichtung für Wirtschaftsakteure

Flaggen verschiedener EU-Länder

Die europäische Gesetzgebung sieht mit dem European Accessibility Act und der Richtlinie (EU) 2019/882 eine Verpflichtung für Wirtschaftsakteure vor, Produkte und Dienstleistungen barrierefrei in Verkehr zu bringen. Deutschland hat die EU-Richtlinie 2021 mit dem Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG) in nationales Recht übertragen. Die Regelungen treten im Juni 2025 in Kraft. Für Websites und Apps dürften die bereits bekannten Standards nach EN 301 549 maßgeblich sein. Das BIK-Projekt gibt in seiner Infothek einen Einblick in die neue Gesetzgebung.

Online-Informationsveranstaltung „Digitale Barrierefreiheit erfolgreich umsetzen“

Die sächsische Staatskanzlei organisiert am 10. März 2022 gemeinsam mit der sächsischen Überwachungsstelle beim dzb lesen eine Online-Informationsveranstaltung zum Thema „Digitale Barrierefreiheit erfolgreich umsetzen“. Dabei werden die Ergebnisse der Prüfungen 2020/21 vorgestellt und ein Überblick über die gesetzlichen Verpflichtungen im Freistaat Sachsen gegeben. Öffentliche Stellen erhalten zudem Handlungsempfehlungen für eine erfolgreiche Umsetzung.

W3C-Webstandard zu ARIA

Logo: W3C

Für die Zugänglichkeit eines Webangebots ist es wichtig, dass die Rolle (Funktion) und der Zustand von Seitenelementen vermittelt wird. Bei vielen HTML-Elementen ist diese Zuordnung klar, z.B. vermittelt <button> automatisch die Rolle „Schaltfläche“. Anders ist das bei sogenannten unsemantischen Elementen, die die Bedeutung nicht vermitteln (z.B. <span>). Diese Elemente werden insbesondere in Kombination mit Skripten eingesetzt, um dynamische Funktionalitäten zu realisieren (z.B. Akkordeon-Elemente, Slider usw.). Um Rolle und Zustand zu vermitteln, sollten unsemantische HTML-Elemente mit ARIA-Attributen ergänzt werden (z.B. <span role=“button“>).

Das W3C hat nun für ARIA einen Webstandard veröffentlicht, der die korrekte Verwendung spezifiziert. In einer Tabelle werden den HTML-Elementen mögliche ARIA-Rollen und Zustände zugeordnet, die Programmierer verwenden können. Außerdem gibt es Beispiele für die inkorrekte Nutzung.

TPGi zu den neuen WCAG-Entwürfen

Die Ende Mai öffentlich zur Diskussion gestellten Entwürfe für 9 zusätzliche WCAG-Erfolgskriterien werden in Expertenkreisen heiß diskutiert und sind nicht ganz unumstritten. Die neuen Kriterien sollen mit WCAG Version 2.2 veröffentlicht werden. Zahlreiche Kommentare und Verbesserungsvorschläge erreichten die Github-Themenseiten des W3C. TPGi, ein renommierter Partner für Barrierefreiheits-Lösungen aus den USA, stellt sein Feedback auf der firmeneigenen Internet-Präsenz gesammelt zur Verfügung.

Masterthesis zum Vergleich BIK BITV-Test versus BITV-Audit

Gisela Kollotzek, Absolventin im Studiengang „Computer Science and Media“ der Hochschule der Medien, hat im Rahmen eines Webinars die Ergebnisse ihrer Masterthesis vorgestellt. Thema der Arbeit ist der qualitative und quantitative Vergleich der Prüfverfahren BIK BITV-Test (DIAS GmbH) und BITV-Audit (T-Systems Multimedia Solutions GmbH), mit denen die Zugänglichkeit von Internet-Angeboten überprüft werden kann. Das Webinar wurde aufgezeichet und kann nachträglich abgerufen werden.